Buchbesprechung
von Falk Ritter, Schleswig, den 1. Juli 2007

Der Alchemist Conrad Khunrath
Texte und Dokumente aus Leipzig,
Schleswig und Hamburg mit Studien zu Leben,
Werk und Familiengeschichte von Oliver Humberg.

Vor der Gründung der Kieler Universität im Jahre 1665 war Schloß Gottorf das Zentrum chemischer Forschungen im Herzogtum Schleswig. Die geschichtlichen Veröffentlichungen der Stadt Schleswig erwähnen bisher sechs Chemiker und einen Lieferanten:
(Näheres siehe bei Kellenbenz Schleswig 1544-1711 und die Bücher von Heinrich Philippsen)
1610 Dr. med. Bernhard Oldermann = Chemikus
1635 Paul Astrupius = Chemikus
1635 Jürgen Kunckel = Lieferant für Destillier- und andere Gläser = Vater des Alchimisten Johann Kunckel
1654 Thomas Rennemann = Laborant
1651 Lorenz Weißkopf = Leiter des Laboratoriums
1655 Dr. med. Joel Langelott
1667 Otto Tachenius
Oliver Humberg konnte jetzt den Beginn chemischer Experimente auf Schloß Gottorf auf das Jahr 1594 vorverlegen. Der Alchemist Conrad Khunrath weilte hier nämlich von 1594 bis 1598, wo er in den Gottorfer Rechnungen nachgewiesen werden konnte. Bei dem Schleswiger Drucker Wegener veröffentlichte er fünf Traktate: "DE ELLEBORO. DE RORE SOLIS. DE SACCARO. Von der Schlangen. DE SALE ABSINTHII." (Über die Nieswurz, den Sonnentau, den Zucker, die Schlangen und das Absinth-Salz), wie auf untenstehender Abbildung zu erkennen ist. Die wissenschaftlich gehaltene Monographie umfaßt 127 Seiten, ist im Verlag Oliver Humberg in Elbersfeld erschienen unter der ISBN Nr. I-938657-01-4 und kostet 32 Euro. Für Liebhaber der Geschichte der Chemie und Medizin ist sie eine Fundgrube, ausgestattet mit vielen Anmerkungen, einem umfangreichen Namensregister und Übersetzungen der alten Bezeichnungen.

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